NOCHMAL HINGESCHAUT
Jugendliche erkunden virtuelle Wohnzimmer aus verschiedenen Epochen der deutschen Nachkriegszeit in der DDR und der BRD bis in die Gegenwart. Alltagsgegenstände und Medien eröffnen Einblicke in die Erinnerungskultur seit 1945.
Themen
#NS-Verbrechen
#Erinnerungskultur
Dauer
flexibel einsetzbar
(Unterrichtseinheit 180-270 min)
Richtet sich an
Jugendliche ab
Jahrgangsstufe 9
Benötigtes Material
PC oder Tablet für jede Person
Schüler*innen erkunden fünf virtuelle Wohnzimmer aus verschiedenen Phasen der deutschen Nachkriegszeit in DDR und BRD bis in die Gegenwart. In den Räumen bewegen sie sich selbstständig und entdecken in Alltagsgegenständen Spuren der kulturellen und medialen Auseinandersetzung mit den NS-Verbrechen. Zu jedem Fund öffnen sich kurze Videos sowie Text- und Bildmaterialien, die den historischen Kontext erläutern. Durch Filme, Bücher oder Computerspiele wird deutlich, wie sich das Sprechen über die nationalsozialistische Vergangenheit im Laufe der Zeit verändert hat, welche Aspekte der NS-Verbrechen sichtbar gemacht wurden und welche ausgeblendet blieben. So wird nachvollziehbar, wie sich Darstellungsweisen, Wissensbestände und Deutungen bis heute wandeln.
- Explorativer und selbstbestimmter Ansatz
- Nicht-lineare Erkundung virtueller Lernräume
- Interessengeleitete Erkundung von Materialien und Themen
- Lebensweltlicher Zugang zu Erinnerungskultur
- Vergleichende Perspektive auf unterschiedliche Zeiträume
- Arbeit mit Medien- und Kulturprodukten als Zugang zu Erinnerungskultur
Einfach
- In welchen Medien fand die Auseinandersetzung mit den NS-Verbrechen statt und wie hat sich dies im Laufe der Zeit verändert?
- Welche Unterschiede in der öffentlichen Erinnerung an die NS-Verbrechen gab es in der DDR und in der Bundesrepublik vor der Wiedervereinigung
Mittel
- Wie hat sich die öffentliche Erinnerung an die Verbrechen des Nationalsozialismus in der deutschen Gesellschaft von 1945 bis heute verändert?
- Welche Akteur*innen nehmen Einfluss auf die öffentliche Erinnerung der NS-Verbrechen? Auf welche Weise können sie die Erinnerung beeinflussen?
Schwer
- Welche Rolle spielen die Überlebenden der NS-Verbrechen und ihre Nachkommen in der öffentlichen Erinnerung?
- Welchen Zusammenhang zwischen Regierungen und politischen Entwicklungen und der öffentlichen Erinnerung an die NS-Verbrechen gibt es?
- Mediale Darstellungen einordnen: Beispiele medialer und (pop-)kultureller Auseinandersetzungen mit den NS-Verbrechen in Ost- und Westdeutschland kennenlernen und benennen.
- Zeitgeschichte verknüpfen: Mediale Darstellungen mit zentralen Ereignissen der deutschen Nachkriegsgeschichte in Beziehung setzen.
- Erinnerungskultur reflektieren: Sich aktiv mit der deutschen Erinnerungskultur und der Erinnerung an die NS-Verbrechen auseinandersetzen.
- Kontinuitäten und Brüche erkennen: Entwicklungen und Veränderungen in der Erinnerungskultur analysieren sowie Kontinuitäten von Ausgrenzung, Gewalt und Diskriminierung nach 1945 verstehen.
- Erinnerung als wandelbar verstehen: Formen des Erinnerns an die NS-Verbrechen als kulturell vermittelt begreifen und als Teil gesellschaftspolitischen Wandels verstehen
- Geschichtsbewusstsein entwickeln: Das eigene Geschichtsverständnis hinterfragen und ein kritisches Geschichtsbewusstsein entwickeln.
Was sind mögliche Herausforderungen und Schwierigkeiten, die bei der Erkundung der interaktiven Lernmodule auftreten können und wie kann damit umgegangen werden?
Da weniger die Darstellung der historischen Ereignisse als vielmehr die nachträgliche Auseinandersetzung mit diesen im Fokus des interaktiven Lernmoduls steht, könnte es für Schüler*innen schwierig sein, Inhalte historisch einzuordnen. Eine gezielte Betrachtung zentraler Ereignisse der Nachkriegsgeschichte Deutschlands kann helfen, die mediale Auseinandersetzung zu kontextualisieren. Hierfür bieten sich die Hinweise und Features im Lernmodul an, die über erinnerungspolitische Zäsuren und historische Ereignisse informieren.
Die Reduktion der Wohnzimmer auf eine stereotype Ausstattung geht zwar mit einem Mangel an Diversität einher, hilft jedoch, den zeitlichen Wandel besser visualisieren zu können. Durch die Darstellung privater Wohnräume sind zudem ein gewisser Wiedererkennungseffekt und Identifikationsmöglichkeiten gegeben.
Ein Vorwissen zu Nationalsozialismus und Holocaust ist notwendig, um die künstlerischen Verarbeitungen einordnen zu können.
Die zugehörige Unterrichtseinheit finden Sie hier.