ZUHÖREN
In fünf animierten Hörstücken können sich Jugendliche mit Formen von Antisemitismus in Sprache, Bildern und Gewalt auseinandersetzen.
Themen
#Antisemitismus
#Kontinuitäten
#Jüdische Perspektiven
Dauer
flexibel einsetzbar
(Unterrichtseinheit 90-180 min)
Richtet sich an
Jugendliche ab
Jahrgangsstufe 9
Benötigtes Material
PC oder Tablet sowie
Kopfhörer für jede Person
Jugendliche können zwischen fünf animierten Hörstücken wählen, die sich mit Antisemitismus und jüdischen Perspektiven in Deutschland seit 1945 auseinandersetzen. Thematisiert werden unterschiedliche Erscheinungsformen von Antisemitismus in Sprache, Bildern, bis hin zu Gewalt. Auch Zuschreibungen i Schulalltag und Mechanismen der Schuldabwehr in der deutschen Mehrheitsgesellschaft werden behandelt/besprochen. Begleitende Texteinblendungen ordnen Begriffe ein und bieten historische sowie gesellschaftliche Hintergründe. Die künstlerische Gestaltung setzt bewusst auf das Hören als zentrale Vermittlungsebene, um antisemitische Bilder und Stereotype nicht zu reproduzieren.
- Exploratives, selbstbestimmtes Lernformat
- Auditiver Vermittlungsansatz mit bewusst reduzierter Visualisierung zur Vermeidung der Reproduktion antisemitischer Bildcodes
- Perspektiv- und subjektorientiertes Lernen mit jüdischen Perspektiven im Zentrum
- Künstlerisch-ästhetischer Zugang durch Hörstücke als reflexive Annäherung an das Thema
- Lebensweltorientierung mit Bezug zum Alltag Jugendlicher
- Reflexionsanregung durch Impulse
Einfach
- Welche Erfahrungen machen Jüdinnen und Juden seit 1945 in Deutschland?
- Warum ist es wichtig, antisemitische Vorfälle zu melden?
Mittel
- Wie äußert sich Antisemitismus in Deutschland nach 1945?
- Welche Erfahrungen machen Jüdinnen und Juden in Deutschland nach 1945 im Umgang mit Religionsausübung, Identität und Gewalt?
- Wie kann ich bei antisemitischen Äußerungen reagieren? (mit Rechercheauftrag)
Schwer
- Welche Kontinuität haben antisemitische Motive und Erzählungen? (mit Rechercheauftrag: stopantisemitismus.de || antisemitismus.wtf)
- Was prägt den Umgang mit Antisemitismus in der Gesellschaft seit 1945 in Deutschland?
- Sensibilisierung für Antisemitismus: Problembewusstsein für Formen von Antisemitismus und Gewalt gegenüber Jüdinnen und Juden sowie Kontinuitäten nach 1945 entwickeln.
- Jüdisches Leben differenziert wahrnehmen:
- Erinnerungs- und Schuldabwehr verstehen: Für Debatten um die Abwehr von Erinnerung und Verantwortung nach 1945 sensibilisiert werden.
- Antisemitische Codes erkennen und einordnen: Sprachliche und bildliche Codes identifizieren und kritisch analysieren.
- Eigenen Sprachgebrauch prüfen: Den eigenen Umgang mit diskriminierenden und antisemitischen Begriffen hinterfragen.
- Eigene Positionen entwickeln: Haltungen zu Ausgrenzung, Diskriminierung sowie der Ab- und Aufwertung jüdischer Menschen reflektieren und über eigene Handlungsmöglichkeiten im Umgang mit Antisemitismus nachdenken.
Was sind mögliche Herausforderungen und Schwierigkeiten, die bei der Erkundung der interaktiven Lernmodule auftreten können und wie kann damit umgegangen werden?
Antisemitische Bilder sind nicht immer leicht zu erkennen. Das gilt für alle. Trennen Sie daher Aussage von Person. Lassen Sie antisemitische Aussagen nicht unkommentiert stehen, um Betroffene zu schützen.
Antisemitische Bilder können durch das neu erworbene Wissen erkannt und entschlüsselt werden. Wenn antisemitische Bilder jedoch noch nicht bekannt sind, können diese dadurch auch erlernt oder reproduziert werden. Es kann hilfreich sein, in den Hörstücken erwähnte Bilder nochmals aufzugreifen und als antisemitisch zu markieren.
Für die Hörer*innen kann es schwierig sein, das Symbol des Kraken einzuordnen. Dieses ist nicht per se ein antisemitisches Symbol; stattdessen kommt es auf die damit verbundene Botschaft an, z.B. das Jüdinnen und Juden unterstellte Streben nach Weltherrschaft. Mit jungen Lernenden, die bereits Vorkenntnisse zu Antisemitismus haben, kann die antisemitische Symbolsprache durch Verweis auf das Krakenmotiv mit Davidstern in der nationalsozialistischen Zeitung „Der Stürmer“ vertieft werden. Informationen und Links dazu finden Sie in den
Es könnte in Frage gestellt werden, warum Antisemitismus thematisiert wird, obwohl Rassismus ebenso weit verbreitet ist. Nutzen Sie andere Lernmodule der Bildungsplattform, um dem Bedürfnis nachzugehen, zum Beispiel „Unsichtbar: Leben ohne deutschen Pass“ oder „Dazugehören: Menschen wandern“.
Ein Gesprächsimpuls kann die Frage nach der in den Hörstücken vorkommenden schwarzen Wolke sein und die Frage, für was sie stehen könnte. Die schwarze Wolke könnte eine Visualisierung von antisemitischen Vorstellungen und Erzählungen in der Gesellschaft sein und verdeutlichen, wie sie sich fast unsichtbar verbreiten. Es ist aber auch eine künstlerische Darstellung, die offen für Mehrdeutigkeit ist.
Als Einstieg kann es sinnvoll sein, die jungen Lernenden nach ihnen bekannten Orten jüdischen Lebens in ihrer Umgebung zu fragen. Dabei können sowohl historische oder ehemalige Orte jüdischen Lebens genannt werden, die heute nur über Spuren in Form von Informationstafeln, Gedenktafeln, Stolpersteinen und weitere Erinnerungszeichen erfahrbar sind, als auch nach kontemporären Orten jüdischen Lebens, wie Sportvereinen, Synagogen, Restaurants etc. gefragt werden. So können eigene Berührungspunkte mit jüdischem Leben in Vergangenheit und Gegenwart in der unmittelbaren Umgebung sichtbar gemacht, aber auch die Gründe der Abwesenheit thematisiert werden. Es lohnt sich zu prüfen, ob es ein lokales Angebot gibt, das die Informationen Ihrer Region schon gesammelt hat (Apps, Websites, o.ä.).
Um vielfältige Perspektiven auf das Zusammenleben von jüdischen Menschen in Deutschland aufzuzeigen, können die Interviews von Helene Braun, Rachel Spicker, Ruben Gerczikow, Ben Salomo und Noam Petri aus dem interaktiven Lernmodul „ZusammenLeben: Was uns bewegt“ miteinbezogen werden.
Die zugehörige Unterrichtseinheit finden Sie hier.